Deutsch

Liebe Mitglieder der Bundesversammlung,
liebe Pfadfinderinnen und Pfadfinder,
liebe Freundinnen und Freunde!

Ich bin Karl Goldstein, 36 Jahre alt und seit 1985 Mitglied der DPSG. Ich möchte Bundesvorsitzender der DPSG werden.

Als ich zehn Jahre alt war, erklärte mir Christian, ein gleichaltriger, alles über Ameisen. Er zeigte mir ihre Straßen und im Wald fanden wir den Hügel. Neugierig fragte ich ihn, woher er so viel über Ameisen wisse. Voller Begeisterung erzählte er mir von den Wölflingen. Ich war Feuer und Flamme. Ich stieg als Juffi ein, wurde Pfadi und dann Rover.

Schule und Studium

1993, während meiner Roverzeit, zog ich für zwei Jahre nach Kanada und machte dort mein Highschool-Diploma. In dieser Zeit war ich erst Rover, dann Wölflings- und später Jungpfadfinderleiter bei den Scouts of Canada. Nach meinem Abschluss kehrte ich in meine Heimatstadt zurück, wo ich an der RWTH Aachen Geographie studierte (Abschluss: Geograph M. A.).

Engagement in der DPSG

In meiner Studienzeit war ich Leiter des Pfadfindertrupps im Stamm Heilig Kreuz und in der Siedlung Horbach im Bezirk Aachen-Stadt, Mitglied des Bezirksarbeitskreises Pfadfinderstufe, später dann deren Bezirksreferent. Mit meinem Wechsel als Leiter in die Roverstufe im Stamm wechselte ich auch im Bezirk und wurde als Referent der Roverstufe berufen. 2001 wurde ich Bezirksvorsitzender und Vorsitzender des Rechtsträgers, danach Stammesvorsitzender und daran anknüpfend in den Vorstand der Stiftung Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg Stamm Heilig Kreuz Aachen gewählt.

Ich erlebte den Diözesanverband als Begegnungs- und Weiterbildungsstätte, wo ich viele Freundinnen und Freunde kennenlernte sowie viel Motivation für mein Leitersein erhielt. Ich unterstützte diözesane Pfingstlager, zu denen der gesamte Diözesanverband eingeladen wurde, z.B. organisierte ich das Programm der Rover bei „Fantasia“, half bei „01Topf09 – Alles ist drin!“ in der Programmplanung. Kurzweilig war ich Mitglied im Fachreferat Ökologie.

Auch die Bundesunternehmen „Power im Park“ und „up2date“ haben mich sehr begeistert. Für „Scouting 100 – Aktionstage in Berlin“ habe ich das Programm in der AG Kongress mit vorbereitet.
Ich habe meine Woodbadge-Ausbildung abgeschlossen und an einem Teamer Training der Roverstufe mitgemacht. Für die Stiftung unseres Stammes, nahm ich an den Stiftungsverbundtreffen in Westernohe und Nürnberg teil, die sich mit Fundraising und der Image-Kampagne befassten.

Berufserfahrung

Zur Finanzierung meines Studiums war ich als Verkäufer im Einzelhandel und als Hilfswissen-schaftlicher Mitarbeiter im FIR e.V. in der Abteilung Dienstleistungsorganisation tätig. Nach dem erfolgreichen Abschluss meines Studiums habe ich zwei Jahre als Filialleiter der digiland AG in Aachen gearbeitet. Dort war ich für die Organisation der Geschäftsabläufe sowie für sieben Mitarbeiter verantwortlich.

Um meine Kompetenzen als Führungskraft auszubauen, absolvierte ich im Anschluss an meine Zeit als Filialleiter ein viermonatiges Praxis-Kolleg „Betriebswirtschaftslehre und internationales Management“. Lehrinhalte waren neben Betriebswirtschaft, Kostenmanagement, Controlling, Marketing und Vertrieb, auch Organisation, internationales Management, Projektmanagement und Veränderungsmanagement.

Heute arbeite ich als Berater für Begegnungsarbeit und Multiplikatorenschulung der Nationalleitung der Catholic Scout Association in Israel (CSAI) im Rahmen des Programmes Ziviler Friedensdienst (ZFD). Der ZFD steht für friedliche Wege des Interessensausgleiches und der Stärkung ziviler Kräfte der Gesellschaft, um Konflikte gewaltfrei und friedlich zu regeln. Ich unterstütze bei interreligiösen und konfliktsensibilisierenden Begegnungen, bei der Schulung von Leitern, bei der Entwicklung von Methoden der Gruppenarbeit sowie bei Projektplanung, Monitoring und Evaluation. Außerdem berate ich die CSAI hinsichtlich des Ausbaus des Nazareth Scout Center (NSC) als nationale und internationale Begegnungsstätte.

Ich arbeite seit Mai 2010 im NSC. Mein Dienstvertrag endet im Mai 2013, eine frühere Kündigung zum 31. August 2012 ist möglich. Amtsantritt als Bundesvorsitzender könnte daher der 1. September sein.

Somit bringe ich für das Amt des Bundesvorsitzenden neben meinem abgeschlossenen Studium nicht nur Berufserfahrung in Personalführung und -verantwortung sowie Finanzverwaltungs- und Managementkenntnisse mit, sondern auch einen Hintergrund als Hauptberufler in der internationalen Pfadfinderarbeit mit den Schwerpunkten Friedensarbeit, Moderation, Konfliktanalyse und -transformation, und eine von pfadfinderischen Werten geprägte Lebenseinstellung.

Mein Privatleben

Ich lese gerne eine gute Zeitung oder einen skandinavischen Krimi, entspanne im Grünen, in der Sonne oder gehe spazieren. Ich zelte gerne und singe am Lagerfeuer. Lieder aus Taizé finde ich sehr ansprechend. Ich möchte in meiner Freizeit weiterhin Arabisch lernen. Ich mag die Gastfreundschaft des Nahen Ostens und esse gerne arabisch. Ich bin gerne mit meinen Freunden und meiner Familie zusammen. In Zukunft möchte ich am Rhein wieder joggen gehen.

Stellung beziehen – Mut zu Taten

DPSG im Wandel

Es ist von zentraler Bedeutung, dass unser Verband sich lange und ausführlich mit der Thematik „DPSG im Wandel“ auseinandergesetzt hat und sich damit beschäftigen wird. Von den fünf Zukunftsmotiven sind mir zwei besonders wichtig: „Ehrenamtliches Engagement braucht öffentliche Anerkennung“ und „Pfadfinder und Pfadfinderin wird man nicht nur als Kind“.

Ehrenamtliches Engagement benötigt mehr Anerkennung und Aufmerksamkeit, als es derzeit von Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kirche erhält. Es ist doch paradox, dass oftmals der Bedarf an Soft Skills hervorgehoben wird, diese aber weder in der Schule, noch im Studium adäquat vermittelt werden. Ich möchte mich tatkräftig engagieren, sowohl die entsprechenden rdp- und DBJR-Gremien zu nutzen, um die Anerkennung mittels Verbündeter in der Politik zu stärken, den BDKJ als Bündnispartner einzufordern und gemeinsam auf die Amtskirche einzuwirken. Ich würde gerne unsere Präsenz in den Medien erhöhen, um die Öffentlichkeit möglichst weiträumig zu erreichen. „Tue Gutes und sprich darüber.“

Junge Erwachsene, die sich auf die DPSG einlassen, um als Quereinsteiger Leitungsaufgaben zu übernehmen, erreichen wir mit einem attraktiven Programm. Hiermit hat sich auch WOSM auseinander gesetzt und ein toolkit zusammengestellt. Es heißt „Action for Growth“. Ich habe hierzu im Herbst 2010 an einer Konferenz von WOSM in Athen teilgenommen. Daher sehe ich meine Rolle darin, gemeinsam mit euch diese Ideen und best cases von befreundeten Pfadfinderverbänden, wie z.B. Scouts UK und Les Scouts aus Belgien aufzugreifen, diese mit den Handlungsansätzen aus „DPSG im Wandel“ zu verknüpfen und so geeignete Programme zu entwickeln. Mein Ziel ist es, mehr junge Erwachsene für die DPSG zu gewinnen.

DPSG International

Ich möchte, dass weit mehr Pfadfinderinnen und Pfadfinder im Ausland von „Pfingsten in Westernohe“ erfahren, sich eingeladen fühlen und teilnehmen. Ich möchte den internationalen Zugang zu Westernohe erleichtern. Gemeinsam mit dem Internationalen Arbeitskreis und dem Team Westernohe möchte ich mich dafür einsetzen, dass sich eine starke internationale Beteiligung an „Pfingsten in Westernohe“ etabliert.

Ich unterstütze das Vorhaben, auch Kindern internationale Begegnungen zu ermöglichen und fordere zugleich erschwingliche internationale Veranstaltungen für alle Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Es soll einen leichteren Zugang zu internationalen Treffen in Europa geben. In Zusammenarbeit mit Lars Kramm (IC) möchte ich die Kontakte zu anderen Verbänden bspw. bei WOSM Europa oder ICCS-EM intensivieren.

Ich möchte mich dafür einsetzen, dass Fördermittel bekannter werden, dass diese erreichbar werden und die dafür zu erfüllenden Hürden der Realität der Reisenden angepasst werden. Weniger Bürokratie ist möglich!

DPSG als Gemeinde

Die DPSG als Gemeinde braucht einen Priester als Bundeskuraten. Blicke ich auf meine Kindheit und Jugend zurück, so war mein Bezug zum Katholischsein der Gottesdienstbesuch in der eigenen Pfarrgemeinde oder in anderen Kirchen in der Nähe unserer Zeltlager. Ich erinnere mich an kalte Kirchenräume. Erst als spirituelle Einheiten und kreativ gestaltete Gottesdienste in unsere Pfadfinderlager einzogen, entwickelte sich mein Glauben. Ferdinand Krenzer schreibt in „Morgen wird man wieder glauben“, dass wir als Einzelne auf das Glaubenszeugnis anderer angewiesen sind. Glaubenserfahrungen machen wir am besten im Kontakt und Umgang mit gläubigen Christen. So eine Glaubenserfahrung habe ich auch gemacht. Ich fühle, dass die DPSG meine Gemeinde ist. Seit meiner Jugend hat sich vieles geändert, unsere Gottesdienste und geistlichen Impulse sind bedeutend schöner und ansprechender geworden. Das ist gut so. Die DPSG übernimmt Verantwortung, gestaltet und gibt Zeugnis. Jetzt aber gibt es scheinbar keinen Priester mehr, der uns als Bundeskurat begleiten darf. Das ist traurig und nicht hinnehmbar. Ich stehe dafür ein, dass der neue Vorstand nicht locker lassen wird, bis die DPSG wieder einen Bundeskuraten erhält.

DPSG-Jugendpolitik

Die DPSG hat eine tragende Rolle in der deutschen Gesellschaft. Sie fördert Vertrauen, Ehrlichkeit, Neugierde, friedliches Miteinander, Wagnis und vieles mehr. Diese Förderung geschieht, indem wir unsere Werte vorleben und weiterreichen. Vergleiche ich sowohl deutsche Lebensumstände mit denen in Israel und Palästina, als auch die Wertschätzung von gelebten Werten, so haben wir einen entscheidenden Vorteil: Die deutsche Gesellschaft lebt weitgehend friedlich miteinander. Dieses Miteinander ist notwendig, um Veränderungen gestalten zu können. Als DPSG übernehmen wir Verantwortung für ein friedliches Miteinander in der Öffentlichkeit, zu Recht auch unabhängig vom rdp, und tragen dazu bei, dass Deutschland ein Land ist, indem man sich einmischen kann und mitreden darf.

Es ist eine Chance und ein Hindernis zugleich, dass wir an manchen Stellen, bspw. seitens vieler Ministerien, nur als „die Pfadfinder“ betrachtet werden. Hier hilft der Zusammenschluss im rdp. Leider ist die Vertretungsarbeit in den Ringen nicht einfach, da die Positionen eingefahren scheinen. Jeder Verband vertritt seine eigene Identität. Dabei ist es gut, unterschiedlich zu sein. Eigene Identitäten müssen unter einer Zusammenarbeit nicht leiden. Wichtig ist: Pfadfinden in Deutschland braucht eine klare Stimme und Vertretung nach außen. Auch darin möchte ich einen Schwerpunkt für meine Arbeit sehen.

Motivation zur Kandidatur

Pfadfinden begeistert mich, seitdem Christian mir von Ameisen erzählte. Ich erlebe, wie Pfadfinder und Pfadfinderinnen füreinander Verantwortung übernehmen, sich fortbilden, wie sich unser Verband für Pluralität einsetzt, Menschen unterschiedlicher Herkunft gemeinsam eine Heimat ist, wir uns in Gesellschaft und Kirche einmischen und dabei Anwälte für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind. Ich bin nicht klassisch in die Bundesebene hinein gewachsen und ich habe die verbandliche Entwicklung der vergangenen zwei Jahre von außen betrachtet. Das mindert meine Begeisterung für unsere DPSG nicht. Im Gegenteil, ich bin hoch motiviert mich mit euch, die ihr euch für eine bessere Welt engagiert, in der DPSG starkzumachen. Ich bringe einen frischen Blick von außen mit.

Bedingt durch meinen Auslandseinsatz kann ich leider nicht die gewohnte Vorstellungstour unternehmen. Problemlos kann ich aber gerne telefonieren: Sagt mir einen Termin und die Telefonnummer, dann rufe ich per Skype und für euch kostenlos an. Persönliches Kennenlernen ist möglich am 12.05.2012 in Haltern am See, am 15.05.2012 in Nürnberg, am 22.05.2012 auf dem Regionentreffen Mitte und an Pfingsten in Westernohe. Zur Bundesversammlung reise ich bereits am Mittwochnachmittag an.

Ich freue mich auf euch.

Liebe Grüße aus Nazareth und Gut Pfad

Auszug aus einer persönlichen E-Mail an eine Freundin

Nein, wahrhaftig ist er ein guter Prediger. Es hat mir sehr gut getan ihn zu treffen, ihm zu zuhören und mich darauf zu freuen ihn in Taizé im Sommer 2012 wieder zu treffen. Gestern las er uns aus der Bibel über die Seligpreisung vor (Matthäus 5, 1-12).

Er erzählte uns, dass dies eine der Lieblingsstellen von Bruder Roger, dem Gründer von Taizé, gewesen ist. Bruder Roger habe eine Lösung für sich gesucht der Vielzahl der Worte, die zum Thema Glauben und Spiritualität gesagt, geschrieben, geschwiegen werden, zu entkommen. Als Folge daraus habe er, Bruder Roger, sich vorgenommen sich auf 3 wichtige Worte und deren Bedeutung einzulassen: Freude, Einfachheit und Barmherzigkeit. [Ich habe gerade mal bei duden.de nachgeschaut, was die zu Barmherzigkeit schreiben und dabei gefallen mir Humanität und Gnade besonders. Aus meinem Verständnis heraus, ist es das was Bruder Roger lebte. Leider kann ich ihn nicht fragen, denn er verstarb 2005 bei einem Attentat.]

Bruder Emil sprach zu uns, dass die Erzählungen der Ereignisse am Berg der Seligpreisungen Jesus wahrhaftig erscheinen lassen. Es ist Jesus der zu uns spricht. Jesus öffnet den Mund und sagt/spricht. Er ist real. Durch ihn kommt Gott in unsere Realität. Jesus spricht uns persönlich an. Er spricht nicht zu einem ausgewählten Kreis, sondern zu einer Menschenmasse. [Ich frage mich, wie er das gemacht hat? Wie hat er es geschafft so viele Menschen zu begeistern, dass auch sie ihm in abgelegene Regionen folgten? Wie hat Bruder Roger es geschafft, dass Jugendliche und Erwachsene nach Taizé reisten und reisen, um mit ihm und den Brüdern zu leben? Was braucht es, um eine Idee erfolgreich werden zu lassen, wenn Erfolg bedeutet, dass viele Menschen freiwillig kommen, zuhören, reden, teilen, usw.?]

Besonders begeistert hat mich sein Hinweis, dass Gott Jesus zu uns sandte. Viele hunderte Jahre war dies angepriesen. So haben die Menschen damals angenommen, wenn der Heiland kommt, so entsteht ein neues Königreich in Glanz und Gloria. Aber dem war ja nicht so! Als Jesus geboren wurde gab es kein Haus, kein Bett, keinen Platz, keine Barmherzigkeit. Nein, er wurde in einer Höhle/einem Stall geboren. Vermutlich stank es dort nach feuchten Tieren … [Das ist der Moment an dem ich wirklich schmunzelte! Ist es nicht so in Bethlehem?! Gut, es riecht dort nicht nach feuchten Tieren. Für mich ist es kein perfekter Ort. Im Gegenteil, es ist ein erschreckender und abstoßender Ort. Ein Ort an dem viele religiöse Pilger und deren touristischen Anführer ("tour guides") unbarmherzig sind. Aber es ist der Ort an dem Gott Jesus zu uns sandte. Warum?] Bruder Emil sagt, Gott gibt uns keine perfekte Welt und er möchte uns nicht als Perfektionisten. Mit Jesus und seinem Handeln hat er uns gezeigt das Improvisation wichtig ist.

Auf dem Berg der Seligpreisungen lässt Jesus uns an seinem Experiment teilhaben. Er experimentiert mit seinem Leben – so wie wir mit unserem Leben experimentieren und Dinge ausprobieren. Jesus lädt uns ein wir selbst zu sein, erzählt Bruder Emil. Er sagt, wir sollen keine Rolle spielen. “Do not try to be some one who you are not”. Er gibt unserem Leben ein Sinn. Jesus sagt uns, dass wir selig, ja glücklich, sind wenn wir erkennen wie arm wir vor Gott sind.

Stillstand

Seit Bern habe ich nicht mehr geschrieben. Nein, ich habe nicht aufgehört zu erleben. Ich habe sehr viel erlebt, mal allein, mal zu zweit und ganz viel zusammen mit mehreren. Ich hatte eine Vielzahl an Tagen an denen es mir richtig langweilig war, dann richtig schlecht, so schlecht wie lange nicht mehr und dann erging es mir auch indifferent, es ging mir gut und sehr gut. Dabei kann ich nicht behaupten das die verschiedenen Gefühle in einer bestimmten Anordnung da gewesen sind. Nein, es kam immer Kreuz und Quer. In letzter Zeit sehne ich mich nach Urlaub. Aber ich nenne es nicht Urlaub. Für mich ist es wichtig weg zu fahren. Ich fahre nach Aachen. Ich fahre nach Hause. Ich habe aber kein zu Hause in Aachen. Zumindest nicht im klassischen Sinn, eine Wohnung, ein Zimmer, ein Bett. Nein, das habe ich aufgegeben. Mein Zuhause ist in Nazareth. Wo aber leben meine Freunde? Wie viele Leben in Nazareth und wie viel Zeit haben wir für einander? Könnte ich woanders Leben und wenn ja wo? Wo wollte ich Leben? Wen möchte ich um mich haben? Was ist mir wichtig? Würde mein Leben mit einer Partnerin anders verlaufen? Würde ich in Nazareth mit einer Lebensgefährtin leben können? Bliebe ich für immer? Ich fühle mich einsam in Nazareth und bin es nicht. Ich ertränke mich in Arbeitszeit und brauche es nicht. Ich verteidige mich, dass ich hier Lebe. Lebe ich? JA! Ich lebe. Ich lebe gut. Ich bin zufrieden mit meinen Umständen. Ich höre gute Musik. Ich schreibe viele Kurznachrichten und damit meine ich nicht ausschließlich SMS. Ich mag das Meer in Haifa. Ich mag den Strand. Ich mag Bahai. Ich mag die Pfadfinder in Haifa, die mich mögen. Ich mag das Autofahren, wenn mir nicht zufällig ein Drängler in den Kofferraum kriecht. Ich mag die Aussicht, die Berge, die Täler, die Häuser, die Straßen, die Schlaglöcher, die Beleuchtung. Ich mag die Gastfreundschaft. Ich mag das mich Verlorenseinfühlen, wenn ich die Schilder nicht lesen kann. Ich mag das ich mich traue blind zu Vertrauen. – Wem aber möchte ich, ja, wem will ich es beweisen? Will ich es mir beweisen? Und was will ich mir beweisen? Das weiß ich nicht. Deswegen fühle ich mich wie im Stillstand.

Auszug aus meiner E-Mail an 1Live vom 12. August 2011

Hier in Israel bin ich Berater für Jugendbegegnungen und Fortbildungen für Multiplikatoren. Gemeinsam mit der Leitung des Pfadfinderverbandes setzen wir uns für interkulturelle, interreligiöse und internationale Jugendbegegnungen ein. Der Pfadfinderverband CSAI besteht aus Christlichen Arabern mit Israelischer Staatsangehörigkeit.

Zum Einen nutzen wir unser Pfadfinderzentrum, ein Begegnungshaus mit Gästezimmern für 40 Gäste, zum Anderen nehmen wir aber auch an internationalen Begegnungen auswärts teil. Leider sind die Begegnungen in unserem Nazareth Scout Center noch nicht häufig. Ich möchte aber kurz von einem Erlebnis von Mitte Juli 2011 berichten, dass meine Arbeit begreifbar macht.

6 junge Gruppenleiter und -leiterinnen zwischen 17 und 24 Jahren, ein 30-jähriger und eine 50-jährige habe ich auf eine internationale, ökumenische Pfadfinderwoche in Taizé in Frankreich begleitet. Meine Reisegruppe sprach an den Abenden unserer 2-tägigen Anreise von vielen Differenzen, die sie mit Palästinensischen Pfadfindern hätten. Einige benutzten harte Worte. Obwohl Nazareth bloß wenige Kilometer von der Westbank entfernt ist, haben meine Begleiter kaum noch Kontakte zu Pfadfindern in den Palästinensischen Gebieten. Ihrer Meinung nach sind alle Palästinenser Muslime. Ihre Meinungsbildung fußt auf dem was ihre Familie und ihr Lebensumfeld möglich machen. Dabei erleben sie täglich Konflikte zwischen Christen und Muslimen.

Ein Bereich meiner Aufgaben ist, aufmerksam zu zuhören, Fragen zu stellen und Alternativen aufzuzeigen.

Schnell realisierte meine Reisegruppe, dass sie in Taizé eine Arabische Minderheit darstellten. Scheinbar war niemand außer ihnen dort, der ihre Sprache teilte. Dann geschah es: zwei Gruppen fanden sich, gepaart durch Sprache und Religion. Während wir an der rund 40 Teilnehmer starken, internationalen “Scout Week in Taizé” teilnahmen, trafen sich zur gleichen Zeit circa 3500 andere internationale, christliche Jugendliche und junge Erwachsene ebenfalls in Taizé, um an der Jugendbegegnung der Communauté de Taizé teilzunehmen. Darunter war auch eine Gruppe Palästinensischer Jugendlicher aus Bethlehem und Beit Jalla.

Die zuvor genannten Differenzen rückten in den Hintergrund und die Gruppen näherten sich zügig an. Schnell entstand eine Verbundenheit. Auch gab es 2 offizielle Einladungen seitens der Brüder von Taizé, die es sehr begrüßten, dass Israelis und Palästinenser hier friedlich zusammen fanden. Es waren keine reibungslosen Gespräche. Aber es waren Gespräche bei denen nicht die lautesten und stärksten als Gewinner zum Vorschein kommen. Gewonnen haben alle! Beide Gruppen haben sich füreinander eingesetzt, für Ruhe gesorgt, Gespräche stattfinden lassen und sich auf einem Gruppenfoto zusammengestellt.

Heute, drei Wochen später, weiß ich, dass einige der beiden Gruppen sich bei Facebook befreundet haben. Darunter ist auch einer meiner Reisegruppe, der sich zunächst als “Hardliner” dargestellt hat. Es tut gut zu sehen, dass fest gefahrene Meinung nicht in Stein gemeißelt sind und dass echte selbstgemachte Erfahrungen zu Meinungs- und Verhaltensveränderungen für können. Klar, eine Facebookfreundschaft ist nicht mit einer guten realen Freundschaft gleich zu setzen. Klar ist aber auch, ohne den digitalen Kontakt bestünde jetzt kein Kontakt mehr. Kontakte derart sind von den hiesigen Lebensumständen wenig gewünscht. So aber sind sie möglich.

Meine Aufgabe ist es Begegnungen möglich zu machen. Die Lernerfahrungen machen die Multiplikatoren selber.

Ich bin müde geworden! Daher heute ein Film- und ein Leserbriefbeitrag, die nicht aus meiner Feder stammen! Sie machen deutlich, was hier allgegenwärtig ist – die menschliche Krise ist so vielschichtig, dass sie einen leicht ohnmächtig machen kann. Das aber ist ein Irrweg!

Leserbrief
Eine Asymmetrie der Machtverhältnisse
Dr. Martin Schneller, Botschafter a. D., Zlan,
F.A.Z., 06.08.2011, Nr. 181 / Seite 8

In seinem Leserbrief “Außenpolitisch nicht haltbar” (F.A.Z. vom 29. Juli) bezeichnet Botschafter a. D. Dr. Heinz Fiedler den Antrag der Palästinenser auf Vollmitgliedschaft in den Vereinten Nationen als “weder völkerrechtlich noch außenpolitisch haltbar”. Zweiunddreißig ehemalige Diplomaten hatten in einem offenen Brief an die Bundesregierung (siehe F.A.Z. vom 9. Juli) dafür plädiert, dem Antrag zuzustimmen. Völkerrechtlich – so der Autor – sei dieser Antrag nichtig, weil die drei konstitutiven Voraussetzungen für die Anerkennung eines Staates – Staatsgebiet, Staatsvolk und Staatsgewalt – nicht erfüllt seien.

Zugegeben: die drei genannten Tatbestände mögen bei den Palästinensern gegenwärtig noch nicht vollständig gegeben sein. Aber hat Israel international anerkannte Grenzen? In jedem Falle dürfte meines Erachtens eine Lösung des Nahostkonflikts nach dem Handbuch des Völkerrechts nicht zu erwarten sein. Die Geschichte kennt keinen Friedensschluss – und um den allein geht es letztlich -, der den Regeln des Völkerrechts in jeder Hinsicht entsprochen hätte. Wenn die staatliche Anerkennung dem Frieden dient, indem sie dem Recht des palästinensischen Volkes auf Selbstbestimmung zum Durchbruch verhilft, sollte die völkerrechtliche Theorie dem nicht entgegenstehen.

Außerdem – so der Autor – sei der Appell der ehemaligen Diplomaten an die Bundesregierung außenpolitisch unhaltbar. Die Konfliktparteien müssten selbst mehr Verantwortung übernehmen, an den Verhandlungstisch zurückkehren und von einseitigen Schritten Abstand nehmen.

Ich würde hier anders argumentieren: wenn es eine Lehre aus dem bisherigen Verlauf des Nahostkonflikts gibt, dann ist es die offenkundige Unfähigkeit der Konfliktpartner – auf sich gestellt -, zu einem halbwegs gerechten Ausgleich ihrer legitimen Interessen und damit zu einem Friedensschluss zu gelangen. Der wesentliche Grund hierfür ist offenkundig. Er liegt in der Asymmetrie der Machtverhältnisse zwischen den Konfliktpartnern: hier ein hochgerüstetes, nuklearbewehrtes Israel, ausgestattet mit amerikanischen und europäischen Sicherheitsgarantien, dort ein ungefestigtes Gemeinwesen ohne Souveränität, ohne die Möglichkeit zur Selbstbestimmung, ohne offene Grenzen zur Außenwelt. Dieses Ungleichgewicht kann nur durch ein Eingreifen der internationalen Gemeinschaft abgebaut werden. Insofern entbehrt der Gang der Palästinenser zu den UN nicht der politischen Logik. Es geht um den Versuch, ein “level playing field” für spätere Verhandlungen herzustellen, um nicht mehr und nicht weniger.

Darüber hinaus dürfte die Warnung vor einseitigen Schritten der Palästinenser am Sachverhalt vorbeigehen. Die Einverleibung Jerusalems und die Fortführung der Siedlungspolitik sind einseitige Maßnahmen, die tief in die Lebenswirklichkeit der Palästinenser einschneiden. Sie schaffen Tatsachen auf dem Boden, die jedes Verhandlungsergebnis präjudizieren sollen. Ihnen gegenüber erscheinen die rein politischen Schritte der Palästinenser in den UN eher harmlos.

Und schließlich sollte man darauf verzichten, stets auf den Fetisch der Zerstörung Israels durch die Hamas hinzuweisen. Wie viele islamistischen Bewegungen, so ist auch Hamas kein monolithischer Block. Angesichts der vielfältigen Signale des gemäßigten Flügels, sich mit der Errichtung eines palästinensischen Staates in den Grenzen von 1967 zufriedenzugeben, entbehrt der Hinweis an Überzeugungskraft. Diese Signale bisher nicht aufgenommen zu haben und damit darauf zu verzichten, die moderaten Kräfte in der islamistischen Partei zu stärken, gehört zu den großen Versäumnissen im “Friedensprozess”. Im Übrigen werden die “Grenzen von 1967″ von ihren amerikanischen und europäischen Befürworter lediglich als Ausgangspunkt für deren endgültige Festlegung verstanden. Sie werden durch Landtausch modifiziert werden müssen. Dieser Kompromiss dürfte auch von der Mehrheit der Palästinenser akzeptiert werden, wenn sie dadurch zu ihrem eigenen Staat gelangen.

Längst ist der Smalltalk zu einer Bühne geworden

Es gibt Tage, an denen fühle ich mich einfach nur klein, ermüdet und traurig. Ich fühle mich nicht leer. Ich bin voller Entäuschungen, Eindrücke, Emotionen, Reaktionen, Gedanken, Wünschen und Hoffnungen. Fanta 4 sangen eben: “Wir retten die Welt und werden ausgelacht. – Doch wenn das alle täten …” Ich habe den Eindruck, ich muss mich an beinahe allen, die ich als “Verbündete” betrachtete, ab arbeiten. Ich muss mich stark machen und meine Positionen vertreten, dafür eintreten, sie vermarkten und gewinnbringend anbringen – beständig. Ich muss mich, meine Arbeit, mein Hobby und meine Lebenseinstellung verteidigen. Längst ist der Smalltalk zu einer Bühne geworden. Tiefgehende Gespräche sind selten. Mein Kopf schmerzt, meine Augen sind trocken und meine Beine sind schwer. Anne schenkte mir einst eine kleine Flasche verbunden mit der Aufgabe das Erlebte, Gedachte und Gefühlte jeden Tages zu reflektieren und zu entscheiden, wann der Tag mehrheitlich schlecht oder gut gewesen ist. Für die guten Tage sollte ich eine grüne Perle in die Flasche fallen lassen, für die schlechten eine lilane. Die Übung hat mir damals gezeigt wie wertvoll es ist den Tag abends neu zu betrachten. Die meisten Tage sind mehrheitlich gut. Auch wenn trauriges oder nerviges, gemeinhin als schlechtes bezeichnet passiert. Und obwohl der heutige Tag mehrheitlich gut gewesen ist, weil ich viel mit meinen Verbündeten schaffte, so bin ich jetzt unzufrieden, sehr müde, traurig und klein. Letztlich möchte ich für mich klären, weswegen ich mich ab arbeite und es abstellen.

in Freundschaft

Ich merke das ich Dir vertrauen möchte, deswegen vertraue ich darauf, dass ich es kann und ich tue es. Ich erzähle Dir von mir. Ich erzähle von meinem lustigen, traurigen, abenteuerreichen und langweiligen Leben. Du erzählst mir von Dir. Du tust mir gut. Gut ist auch, dass Du mit Deinen Freunden hier bist. Deine Freunde sind meine Freunde. Ich lache, genieße, lächele und singe. Lange schon habe ich nicht mehr so gut und schön, so frei und lebendig gesungen. Ich bin glücklich mit Dir.

Erzähle ich zuviel? Überfordere ich mit meiner Offenheit? Überfordere ich mich selber? Ich spüre wie in mir ein Druck an wächst. Wenn ich ich allein bin weicht meine Glücklichkeit oft einem Drücken. Ich werde traurig. Du bist noch nicht weg und ich vermisse Dich und Deine Freunde bereits.

Was ist mit mir los?

Ich stehe im Wind und Wetter. Ich fühle mich unzufrieden und es dauert bis das Gefühl geht. Heute wecken die Taizé-Lieder und das U2-Lied “With or Without You” Wehmut und Sehnsucht in mir. Ich sehne mich nach Geborgenheit, Zuflucht und gegenseitiger Liebe. Weit bin ich davon entfernt. Kann ich mich mit “Zeit für mich” auffangen? Jetzt ist mein Rachen wieder trocken und meine Augen glänzen im weißen Licht in der Küche.

Woran ich glaube

Ich glaube an das Gute im Menschen.

Ich glaube daran, dass ich Vertrauen kann.

Ich glaube daran, dass wir Menschen uns nach Freiheit,  Geborgenheit und Liebe sehnen.

Ich glaube daran, dass Frieden möglich ist.

Ich glaube daran, dass es gut tut, zuzuhören.

Ich glaube daran, dass wir füreinander aufstehen und aussprechen.

Ich glaube an Sprache.

Ich glaube an Gemeinschaft.

Ich glaube an die Zukunft.

Mein Beitrag für Nacht der offenen Kirchen in Aachen 2010

Wir Pfadfinder engagieren uns in Israel in der Gewaltminderung. Wir vermitteln unseren Leitern Methoden aus der Konfliktanalyse und -transformation, damit sie ihr Wissen als Multiplikatoren an die Kinder und Jugendlichen in ihren Jugendgruppenstunden weitergeben können. Wir laden – international und inter-religiös – Menschen ein, sich gegenseitig kennenzulernen. Wir möchten Brücken bauen, am liebsten als kooperatives Erlebnis mit Spannung, Spaß und Spiel.

Wie geht das?

Stellen Sie sich 20 Erwachsene Jugendgruppenleiter vor, die in einer Reihe stehen. In ihren Händen halten sie Seile fest. In der einen Hand befindet sich ein Seilanfang, in der anderen Hand ein Seilende. Die Teilnehmer die am Anfang und am Ende stehen, halten jeweils nur ein Seil fest, so dass eine Schlange mit Anfang und Ende besteht. Ein Teil der Gruppe spricht Hebräisch, der andere Teil Arabisch. Einige beides und viele etwas Englisch. Ziel ist es, miteinander 19 Knoten in 19 gemeinsam gehaltene Seile zu knoten. Dabei dürfen die Spieler ihre Seile nicht loslassen. Stellen Sie sich vor, wie viel lautes Lachen ertönt!

Pfadfinder sein bedeutet gemeinsam auf dem Weg sein – sich aufmachen, lernen und Wissen weiter reichen. Wir treffen uns in Schulungen, wo wir bunt durchmischt sind. Kennenlernspiele, Interviews und Meinungsaustausch stehen im Vordergrund. Offen tauschen wir uns aus. Diese Offenheit ist weltumspannend. Über Grenzen, Nationalitäten und Religionen hinweg sind wir verbunden.

In naher Zukunft möchte ich gemeinsam mit der Nationalleitung der katholischen Pfadfinder (CSAI) auf die Vorstände der anderen Verbände in Israel zu gehen. Wir werden zu Aktivitäten einladen, z.B. zum Wandern auf dem die Religionen verbindenden Abraham Pfad. Wir möchten voneinander erfahren und miteinander reden.

Gemeinsam mit den israelischen Pfadfindern möchte ich Multiplikatoren schulen. Wir verzahnen die Methoden aus der Konfliktanalyse und -transformation mit den Methoden der Pfadfinderbewegung. Während die Analyse dazu führt, dass Konflikte aus möglichst vielen verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden, hilft die Transformation Ansatzpunkte zu finden, Kreativität freizusetzen und so Konflikte zu lösen oder beizulegen. Die Pfadfindermethode: „look at the boy“ hat einen ähnlichen Ansatz. Kinder lösen Probleme anders als wir Erwachsenen. Häufig können wir von der Einfachheit und der Direktheit von Kindern lernen. Oft hilft es, sich der Einfachheit bewusst zu werden und zu mehr Direktheit einzuladen.

(Mein Beitrag für Nacht der offenen Kirchen in Aachen 2010, an zu Nageln auf einer Fläche in den Räumlichkeiten des Jugendkirchenprojektes Kafarna:um Aachen.)

der Stöpsel ist raus

Seit ich hier in Nazareth bin, fasziniert mich das Thema Wasser. Es gibt nicht ausreichend Trinkwasser in dieser Region, dass alle Menschen gleich viel verbrauchen dürfen. Die Einen verschwenden es ohne sich ihrer Verschwendung bewusst zu sein, die Anderen verzweifeln, weil sie zu wenig erhalten und keine Besserung in Sicht ist.

Die Einen sind die, die in Israel leben und deren Wasser aus dem Hahn läuft, sobald sie ihn aufdrehen. Die Anderen sind die, die jenseits der Checkpoints auf Palästinensischem Gebiet leben, sei es in Gaza oder in der West Bank.

(Selbst in der Westbank gibt es Unterschiede! Das dortige Wasser, wird auf Palästinensischem Gebiet gewonnen, an die Siedler, die ohne Genehmigung eine Siedlung nach der nächsten in den Palästinensischen Gebieten errichten, ohne Unterlaß zur Verfügung gestellt und an die Palästinenser, denen es in ihren eigenen Gebieten nur noch möglich ist in Ballungsräumen zu leben, rationiert ausgegeben.)

Heute Morgen ist bei mir der Stöpsel raus gegangen. Ich habe den Eindruck, dass sich meine Motivation wie in einem Strom von abfließendem Wasser durch den Badewannenauslaß, durch den Siphon auf und davon macht. Im Siphon vermengt sich meine positive Energie, mein sauberes Wasser, mit dem Schmutz, der dort anhaftet. Das Wasser wird dreckig. Es läuft über die Schmutzwasserleitung in den Kanal. Dort vermengt es sich mit dem übrigen Schmutzwasser und beginnt zu versickern. Es versickert in Ritzen und Öffnungen, die dort nicht hingehören. Längst ist nicht mehr festzustellen, welches eigentlich mein Wasser gewesen ist. Es hat sich angepasst, vermischt und ist nicht mehr zu erkennen.

Wohin fließt das Abwasser in Israel? Wird es aufbereitet? Gibt es große Kläranlagen? Wird mit Hinwendung versucht, dreckiges, verschmutztes Abwasser aus den Haushalten zu reinigen? Wer kümmert sich und mit welcher Motivation?

Wer motiviert wen Demotivierungen aufzubereiten? Welche Schritte sind notwendig?

Aus deutscher Sicht möchte ich versuchen bereits vor der Verunreinigung einzugreifen. Ich möchte mich engagieren, dass die Verschmutzung nicht so schlimm wird. Das wir mehr von unserem Wasser – unserem Lebensträger erhalten. Das bedeutet auch, dass es darum geht, nicht zu früh den Stöpsel zu ziehen und traurig zu zuschauen, wie die Motivation dahinsiecht. Vielleicht lässt sich das Wasser, oder die Motivation mit einer anderen Substanz, oder einer anderen Idee vermengen und es gestaltet sich neu. Eine neue Idee entsteht, deren Inhalt inspirierend wirkt. Es ist das Lächeln im Gesicht und der Mut in den Augen, wonach ich mich sehne!

Wissen zu verschenken

Seit Anfang August lebe ich jetzt in meinen eigenen 4 Wänden. Nein, nicht wirklich. Es sind mehr als 4 Wände. Für hiesige Verhältnisse habe ich als Single eine zu große Wohnung. Für deutsche Verhältnisse ist sie in Ordnung.

Die Wohnung ist noch nicht gestrichen worden. (Sie wird gestrichen werden. Am Montag. – Welcher Montag genau, ist noch nicht klar.) Die Fenster sind einfach verglast. Der Fensterrahmen ist aus Holz. Eine Isolierung gibt es nicht. Stattdessen gibt es ein hin und her schiebbares Fliegengitter, welches an einigen Stellen so große Maschen hat, das nur eine Hummel nicht hindurch passen würde, flöge sie normal schnell. Mit Anlauf könnte sie sich vermutlich auch hindurch quetschen. Hummeln habe ich hier aber noch keine gesehen. Für deutsche Verhältnisse ist die Wohnung unter Standard. Für israelisch-arabische Verhältnisse ist sie in einem guten Zustand.

Die Straßen in unserer Stadt sind alle geteert. Erst geht es steil runter,  dann steiler hinauf. Überall, wahrscheinlich alle dreißig bis 40 Meter sind “Drempels” (“Speedbumbs”) installiert. Das könnte glatt ein Standard aus den Niederlanden sein. Für deutsche Verhältnisse sind es viel zu viele. Starenkästen habe ich bislang bloß einen gesehen. In der Stadt kann man definitiv nicht Sprit sparend Auto fahren. Wenn ich den Berg rauf fahre, zeigt die Anzeige einen Verbrauch von 23,9 – 30,1 L an. Die hiesigen Autos hier sind beinahe ausschließlich Automatik-Getriebe ausgestattet.

Straßenverkehrsregeln scheint es keine brauchbaren zu geben. Zumindest nicht in Nazareth. Wichtig ist: wer im Kreisverkehr drin ist, hat Vorfahrt und an einer roten Ampel wird gehalten. Dichtes Auffahren, Hupen, Schlangenlinien fahren, gegen die Einbahnstraße fahren, viel zu schnell unterwegs sein und Telefonieren am Steuer sind hier Usus.

Ein Freund schrieb: er habe es geschafft sein Motto zu ändern. Das freut mich sehr! “Er lebt nicht mehr für die Arbeit.” Er arbeitet und lebt gut. Sein Schwerpunkt liegt auf “Leben”. Gerade jetzt fällt mir auf, dass ich zur Zeit lebe um zu Arbeiten. Hmm.

Gleichzeitig gehe ich in meiner Arbeit auf. Ich werde bezahlt um mit Menschen zusammen zu sein, um mit ihnen zu sprechen, um ihnen zu zu hören, um andere Ideen und Verständnisse zu ermöglichen, um Wissen zu vermitteln, vorallem jedoch um Wissen zu verschenken.

Kurzum, ich bin in mitten meines Abenteuer Leben in Israel. Es geht mir gut. Es bleibt ein Abenteuer!

Wie wir wohnen

Gestern habe ich mir zusammen mit Abuna Simaan und Talal meine Wohnung angeschaut. Sie riecht wie eine nasse Katze. Die Möbel sind stark abgenutzt. (Ich miete vollmöbliert.) Die Wohnung wirkt bewohnt. Etliches Gepäck der Vormieter ist noch da. In der Küche riecht es stark nach Gewürzen. Die Wände sind gelb oder gelblich?

Während ich mit dem Priester über die stark abgenutzten Couchteile spreche, sagt er mir, “wir sind hier nicht in Frankfurt”.

Heute Morgen dachte ich darüber nach wie wir wohnen und was ich überhaupt darüber weiß wie wir wohnen.

Gerade kommt mir Ikea in den Sinn.

familiäre Einflüsse

Ich bin mit deutsch-kanadischem Einfluß aufgewachsen. Mein Vater interessierte sich neben dem Garten für Afrika, aber auch für eine weniger vollgepfropfte Wohnung. Meine Mutter interessierte sich für Öl- und Aquarellbilder und malte Motive von Ägypten über Berlin und holländische Landschaften. Später begeisterte sie sich für China. Meine Schwester und ich sind normal aufgewachsen. Wir hörten Musik, die alle toll fanden, lasen die Bravo und hingen das ein oder andere Poster auf. Pferdeposter blieben unserem Haushalt erspart.

Unser Haus und unsere Zimmer waren sehr wohnlich. Die Wände waren weiß. Es gab ein Bücherzimmer.

Die Art wie wir zusammen lebten hat mein Wohngefühl maßgeblich geprägt. Meine Wohnungen spiegelten diesen Flair bislang immer wieder.

Wie wohnen die Deutschen?

Wieso eigentlich die Deutschen?

Wenn ich zurück denke, so erinnere ich mich an viele meiner Freunde, die nicht schlicht deutsch gewesen sind oder es sind.

Bis heute ist das Gestalten unserer individuellen Wohnräume der deutlichst spürbare Einfluß aus unserem Elternhaus, den wir mitnehmen und indirekt weiterreichen. Unser Wohnraum zeigt Nuancen aus unserer Kindheit. Der Raum und die Art der Deko zeigt uns was unsere Eltern, vielleicht sogar was unsere Großeltern mochten und uns weiterreichten.

Wie wohnen die Menschen, die ich kenne?

Wen kenne ich überhaupt?

Nehme ich die Zahlen von Facebook und Xing zu Grunde, so kenne ich ca. 360 Menschen beim Namen. Daneben kenne ich noch einmal 150 mehr über die Pfadfinder, gutmütig schätzend noch einmal 20 weitere die ich bei  Kafarna:um traf und zusätzlich 15 mit denen ich bei der ageh lebte.

Weiß ich denn überhaupt wie diese Menschen wohnen?

Nein.

Ich weiß von Conie, von Christina, von Janina und Johan, von Sebastian, von Tamara, von Julian, von Dominique, von Jonas, von Inka, von Anna, von Anna, von Keith und Anke, von Daniel, von Jasmin, von Sabine, von Uschi, von Rüdiger, von Stefan und Meli, von Jojo und Mala, von Sonja, von Marlene, von Lukas, von Judith, von Judit, von Chris, von Andi, von Mark, von Frank, von Stefan und Nuray, von Kira, von Bernd, von Hubi, von Simaan, von Talal, von Raed, von Riad, von Britta, von Inga, von Natalie, von Anne, von Anne, von Gertrud, von Jenny und Börge, von Wilma, von Tony und Kathy, von Diane und John, von Mary-Ann und John, von Ted und Claire, von Betty, von Angela und Edi, von Louise, von M.T, von Razvan, von Simone, von Lucas, von Lukas, von Martin, von Sascha, von Jörg, von Jörg, von Karsten, von Caro, von Michael und Melanie, von Willi, von Jens und Christina, von Kurt, von Ute, von Carina, von Ali Danger, von Nadine, von Florian, von Gregor, von Gregor, von Bib, von Sebastian, von Peter, von Gitte, von Gunnar, von Bettina und Micha.

Alle wohnen anders.

Vielleicht sind sie im ein oder anderen Detail durch Ikea miteinander verknüpft. Aber keiner hat es gleich mit den oder dem Anderen.

Wir sind Individuen, die sich über die Jahre hinweg entwickeln. Diese Entwicklung zeigt sich sicherlich auch in unserem Wohngeschmack.

In meiner Wohnung habe ich es deutlich mit verfolgen können. Erst war sie voll, dann leerer, aber immer wohnlich. Erst war es ein Kinder-, dann ein Jugendzimmer, dann improvisiert und dann zunehmend abgestimmter.

Abgestimmt?

Womit?

Die Möbel aufeinander, die Bilder zu meiner Beruhigung und Anregung, die Pflanzen auf einen angenehmen Grün-Ton, die Bücher passend zum Bücherregal und zudem, dass mich bewegt, die Vorhänge zur Wand und zum Fenster. Die Küche ist in einem Stil. – Kein Sammelsorium mehr wie zu Studi-Zeiten. Ein eigenes Kino – Dolby-Surround für den Tatort an Sonntagabenden.

3 weitreichende Erkenntnisse

Wenn ich also an Wohnungen denke, in denen die vorgenannten Freunde (ausgenommen Natalie) wohnen, dann gibt es 3 wichitge Erkenntnisse:

1) Jeder baut sich sein eigenes Nest.

2) Es ist nicht immer jedermanns Geschmack.

3) Alle sind anders.

“Karl, bedenke, du bist hier nicht in Deutschland. Der Wohnstandard ist ein anderer. Gib dich mit dem >>Einfacheren<< zu frieden.”

“Aha”, denke ich laut, “ist das so?”

Nein!

Ich habe hier eine ganze Reihe sehr schöner, wohl auch teuer ausgestattete Wohnungen gesehen.  Weswegen soll ich mich dann in einer dreckigen, abgewohnten Wohnung einfühlen?

Was bedeutet eigentlich Wohnstandard?

Für Deutschland fällt mir in diesem Zusammenhang folgende Wortliste ein:

  • mehrfach verglaste Fenster
  • isolierte Fenster
  • isolierte Türen
  • isolierte Wände
  • isolierte Wohnung / Haus
  • Heizung
  • Mülltrennung
  • Dachziegeln
  • Mülleimer
  • Müllabfuhr
  • Durchlauferhitzer
  • Gas aus einer Zuleitung
  • Srom ohne Ausfälle

Und für Israel? Ich kann gar nicht urteilen, ich habe viel zu wenig Kenntnisse. Hier meine bisherigen, nicht repräsentativen, ersten Eindrücke:

  • einfach Verglasung
  • keine Isolierung nirgendwo
  • Haustüren / Wohnungstüren aus Metall
  • keine Mülltrennung
  • Wasserzähler und Haupthähne an der Straße
  • Solartherme für heißes Wasser und Reservoir auf dem Dach
  • meist Flachdächer
  • Gas aus Flaschen
  • Stromausfälle

Und der Zusammenhang?

Wo genau ist der Zusammenhang zwischen dem Wohnstandard und meinem neuen Zuhause?

Ich akzeptiere den israelischen Wohnstandard. Ich lasse mich darauf ein, für den Zeitraum, den ich hier verweilen werde.

Die Wohnung?

Die Wohnung, die ich mir aussuche, suche ich mir aus, weil sie mir gefällt. Ich werde sie so gestalten, wie es mir gefällt und gut tut. Dieser Antrieb eine Wohnung zu gestalten, der ist in jedem von uns Menschen. (Deswegen geht es Ikea auch so gut.) Wir bauen unser Nest nach unseren Bedürfnissen.

Wir wohnen wie wir es möchten.

Ich wohne wie es mir gefällt.

Alles wird gut.

Postkarten und Briefe

Endlich hat mich Post in Israel erreicht: eine Postkarte aus Italien und eine Einladung aus Köln. Sie ist tatsächlich im Postfach der Pfadfinder angelandet und die Postfach-Entleerer der Pfadfinder haben es relativ zeitnah geschafft, mir meine Post zu geben. Ich bin also nicht abgeschnitten von der analogen Welt. Schön.

die Hochzeitseinladung

Es ist doch nur Papier, oder? Erstaunlich das eine Postkarte und eine Faltkarte mich so traurig stimmen können. Ich wäre gerne im Transit zwischen NRW und Galilä (jedoch nicht in einem Ford).

So habe ich meine Freunde und Familie zurück gelassen und mich in mein Abenteuer begeben. Je mehr Tage vergehen, desto mehr erinnere ich mich an Bilder – an Momentaufnahmen von zu Hause.

Es ist  noch kein zu Hause hier und ich lebe im Transit zwischen Aufbrechen und Ankommen. Ich bin sehr dankbar, dass Ihr mir geschrieben habt, dass Ihr mir von Euch erzählt und dass Ihr mich bei Euch haben wollt, mich zu Euch einladet. Danke dafür.

EU fördert Dein Engagement

Gerade heute bin ich über diese Webseite gestolpert: www.jugend-in-aktion.de. Diese Webseite gefällt mir sehr gut, denn die Betreiber erläutern deutlich worum es Ihnen geht.

Quelle: www.jugend-in-aktion.de

“Europas Jugendprogramm auf einen Blick: Bis einschließlich 2013 stellt Brüssel insgesamt 886 Millionen Euro für Jugendgruppen, gemeinnützige Vereine und Einrichtungen der Jugendarbeit in 31 Ländern zur Verfügung. Damit möchte die EU Bürgersinn, Solidarität und demokratisches Engagement unter jungen Menschen stärken und ihnen zu mehr Mobilität und Zusammenarbeit in Europa verhelfen.”

Schön, dass es die EU gibt!

Quelle: www.jugend-in-aktion.de       Stand: 7.06.2010, 10:37 Uhr

Vermisse Euch!

froh zu sein Bedarf es wenig ...

... und wer froh ist, ist ein König!

Schau in Deine Hand

das ist meine Hand

Lieber Phil, vor wenigen Tagen wurde Deine Schwester geboren. Herzlichen Glückwunsch. Es ist schön eine Schwester zu haben. Deine Mama, Jenny, ist meine kleine Schwester.

Du kannst jetzt zu gucken, wie aus dem Minibaby Deine Schwester Lotta wächst. Vielleicht guckst Du Dir mal Deine Hand an. Mach Deine Hand auf und halte sie Dir vor Dein Gesicht. Was kannst Du sehen?

Siehst Du ein paar Falten? Wie groß ist Deine Hand? Welcher Finger ist der längste? Wie ist Dein Daumen gebogen?

Dann schau Dir mal Mamas und Papas Hand an. Du kannst auch Oma und Opa fragen, ob sie Dir ihre Hand zeigen.

Was ist anders als Deine Hand? Wie groß sind die Hände? Ältere Hände haben vielleicht auch Narben. Sie zeigen Dir, das unser Leben nicht immer einfach ist. Du kannst Deine Hand auch benutzen, um einen anderen Menschen zu winken. “Hallo!”

Jetzt weißt Du wie Deine Hand aussieht und Du hast Mamas Hand gesehen und vielleicht Omas Hand. Wie sieht Lottas Hand aus? Wie klein sind ihre Finger? Wie klein ist ihre Hand? Deine Hand ist groß. Du bist der große Bruder. Du passt auf Deine Schwester auf.

Das ist gut!

Tschüss Phil und viele Grüße an Lotta, Mama, Papa, Oma und Opa

Dein Karl

Vornamen

Lieber Phil, Deine Mama und Dein Papa haben Deinen Namen ausgesucht, damit er für alle Menschen verständlich ist.

Wenn Dich einer fragt: “Wie heißt Du denn?”

Dann antwortest Du: “Phil!”

Viele Menschen wirst Du in Deinem Leben treffen. Viele davon sprechen eine andere Sprache. Du lernst gerade Deutsch. Deine Mama kann die Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch. In all diesen Sprachen ist es leicht Phil zu sagen.

Hier in Israel, werde ich häufig gefragt: “Schuu ißmak?” ما اسمك Das ist Arabisch und bedeutet: “Wie heißt Du?”

Ich sage: “Karl!”

Die Leute fragen mich dann: “Collin?”

“Nein”, sage ich, “ich heiße Karl!”

Sie sagen: “Ah, Du heißt Kai”

Viele Menschen verstehen Karl nicht so gut. Ich habe überlegt, ob ich sagen soll: “Mein Name ist Hase”. Aber das ist ja gar nicht mein Name.

Ich bin froh, dass ich Karl heiße. Deine Oma und Dein Opa, meine Eltern, haben mich so genannt, weil Opas Papa Karl geheißen hat. Ich trage also den Namen der Familie weiter. Das ist toll.

So, jetzt weißt Du wie gut Du es hast, dass Du Phil heißt und wie stolz ich bin, dass ich Karl heiße.

Tschö mit ö.

mein Name ist Karl

Vorwort

Lieber Phil, ich habe Dir vor einer Woche erzählt, dass ich Dir schreiben möchte. Ich schreibe hier für Dich und für das Minibaby. Ich hoffe es gefällt Dir, und dem Minibaby.

Ich möchte Dir und dem Minibaby von mir erzählen: wo ich jetzt wohne und was ich in Israel sehe. Ich möchte Dir beschreiben was ich esse und wie es schmeckt. Ich werde Dir erklären was ich hier mache.

Alles Gute! Jetzt geht es los.

Fettnapf

Gestern bin ich mit Anlauf und Gesäß zuerst in einen Fettnapf reingesprungen.

Ich war auf einer Hochzeitsfeier, wahrscheinlich vergleichbar mit einem Polterabend bei uns. Es wird zwar kein Porzelan zerschlagen, aber laut ist es Allemal.

Es waren geschätzte 350 Gäste dort und weil das Wetter in Israel so angenehm ist, haben wir natürlich draußen gesessen. Wohin auch sonst mit 350 feiernden Gästen? Die feiernde Familie wohnt in einer kleinen Straße. Familie? – Nicht eine kleine Familie sondern eine große: Eltern, Brüder, Schwestern, Schwager, Schwägerin, Tante, Onkel, Oma, Opa, Hund, Katze und Maus.

Also, Platz ist reichlich vorhanden. Für jeden gibt es einen Gartenstuhl, einen Platz amTisch, einen Teller, ein Glas, reichlich Essen, laute Musik, viele Menschen, getanze, gestaune und geklatsche.

Unterdessen habe ich mich bei dem Pfarrer neben mir erkundigt, wie das mit den Geschenken so läuft. Er erklärte mir, heute schenke man Geld, während es früher Usus war Naturalien wie Fleisch, Alkohol oder Kaffee mitzubringen.

Der Abend wurde immer besser. Die Braut und der Bräutigam wurden auf den Schultern der Freunde auf die Tanzfläche getragen. Es wurde gesprungen, getanzt und geklatscht. Eine ausgelassene Masse. Alle glücklich und laut.

Der Bräutigam tanzte sich zu unserem Tisch, wie auch zu den anderen vor. Als er vor mir stand drückte ich ihm einen gefaltenen Schein in die Handfläche. So, dass es möglich keiner merkte. Mein Gedanke war, er freut sich steckt ihn ein und feiert normal weiter.

Arschbombe!

Er war entsetzt. Lehnte ab. Alles um uns rum, schaute irritiert. Ich habe den Gastgeber beleidigt, weil ich als Fremder natürlich ein Spezialgast sei, der kein Geldgeschenk geben dürfe. Er ging, ich behielt mein Geld und versuchte normal weiter zu lächeln. Die Situation einfach überspielen.

Wir haben weiter gefeiert. Genauso lustig und ausgelassen. Ich habe wieder begriffen, dass ich nichts begriffen habe. Immer jedoch das.

banal

Am Freitag, 14. Mai 2010, also genau ein Jahr nachdem der Papst Nazareth besucht und einen großen Gottesdienst gefeiert hat, bin ich hierher gekommen um hier zu leben.

Ich bin sehr freundlich empfangen worden. Vater Simaan hat Michael und mich herzlich begrüsst und uns in ein sehr angenehmes Hotel geführt, so dass wir dort bei Kaffee und herrlicher Aussicht, die Ankunft in Ruhe annehmen konnten.

Eine kurze Weile später, haben wir uns von Michael verabschiedet, der zurück, durch das Jordantal, nach Jerusalem fuhr. Wir zwei, der Vater – im arabischen Abuuna genannt – und ich, haben uns zu einem Imbiss aufgemacht. Es gab Schawirma im Baguette. (Vergleichbar mit unserem Döner – wobei meine deutsche Kollegin mir bei Strafe verboten hat, diesen Vergleich auch nur auszusprechen. Nun denn, ich habe ihn ja auch”bloß” ausgeschrieben.;-))

Abuuna zeigte mir Nazareth: wir sind mit seinem Wagen und den Baguettes und 2 Dosen Sprite auf den Hügel gefahren, auf dem der Papst seinen Gottesdienst feierte. Es ist ein bemerkenswerter Ort aus Beton, Stein und Staub. Ausblickend von den Sitztribühnen kann die gesamte Stadt überblickt werden. Dort haben wir die Baguettes verspeist.

Getrunken haben wir erst oben auf dem Hügel. Der Hügel soll jener sein, von dem aus Jesus Christus abgesprungen ist. Hier haben Kanadier aus Windsor Geld gegeben, um eine Gedenkstelle zu errichten. In den drei wichtigen Sprachen (Hebräisch, Arabisch und Englisch) wurden Tafeln in den Boden eingelassen.

Nach einer weiteren Rundfahrt durch Nazareth haben wir seine Ortskirche im Zentrum besucht. Sie liegt in einem Suuq unmittelbar neben der großen Basilika.

Die Autoren des LonelyPlanet schreiben:

“Located in the souq, this unassuming Greek Catholic Synagogue-Church dates to Crusader times. It is built on the site of a synagogue said to be where the young Jesus regularly prayed and later preached (Luke 4:15-30). In 1887 the adjacent and rather less modest Greek Catholic Church , with its magnificent dome and two bell towers, was added on to the old Crusader structure.” (Lonely Planet 2007, S. 227)

An der Seite des Abuuna zeigt sich Nazareth von seiner familiären Seite. Die Menschen seiner Gemeinde freuen sich ihn zu sehen, sie grüßen sich gegenseitig. Sie umarmen sich, sie reden miteinander, sie wünschen sich Frieden, Gesundheit und Glück. Es tut gut aus dem großen Jerusalem in das familiäre (aber auch streitbare) Nazareth zu kommen.

Am Abend des ersten Tages habe ich Schwester Marta kennengelernt. Sie lebt ebenfalls in dem einstigen Priesterseminar, welches unter ihrer Regie zu einem Pilgerhaus umgebaut wird.

Der erste Morgen.

Wir haben ausgiebig um 7:30 Uhr gefrühstückt. Danach bin ich mit dem Abuuna zu seinem Pfadfinderstamm gefahren. Sie feierten einen Stammes-Georgstag. Es war eine riesen Sause. Ehrlich gesagt, auch wenn ich wenig von dem verstanden habe, worüber sie sprachen, so habe ich doch die Lebendigkeit und Gemeinschaft wieder erkannt, die ich über die vielen Jahre in meinem Stamm geschätzt habe. Gerne werde ich unter “Scouting” etwas mehr über die Pfadfinder schreiben.

Nicht nur das es ein schöner Vormittag war, es war auch noch brüllend heiß. Ich hatte meine Kluft angezogen. Habe sie schön ordentlich in die Hose gesteckt. Trug ein T-Shirt darunter, um den Schweiß aufzunehmen, und trug mein Woodbadge-Halstuch aus Wolle. – Mein Gott war mir HEISS!

Hier also die Kurzfassung:

  • mir war heiß
  • ich verabschiedete mich gegen 11 Uhr, um gegen 13 Uhr wieder dort zu sein
  • kaufte ein neues Telefonguthaben
  • kaufte einen halben Liter kaltes Wasser
  • wanderte tropfend aus dem Tal auf den Berg
  • wechselte die Klamotten
  • surfte im Netz
  • und wanderte zurück
  • und schwupp, gegen 13 Uhr schwitzte ich erneut in mein Halstuch, aber nicht mehr in die Kluft

Zu diesem Festäng ist auch der President des CSAI gekommen. Auch er hat mich wieder sehr freundlich begrüßt und mit uns und den Pfadfindern zusammen gegessen.

Am Nachmittag bin ich auf eigene Faust durch Nazareth geschlendert. Ich bin zur Basilika gegangen und habe die Kirche in Ruhe auf mich wirken lassen. Es ist ein sehr angenehmer Ort zum Verweilen. Kommet her und sehet für Euch selbst!

der Pool


Ich habe mir soeben bei der ZDF Mediathek die Wettervorhersage für Morgen angeschaut und ehrlich gesagt. Es tut mir echt leid, dass ihr in Europa so schlechtes Wetter habt.

Hier ist es in der Tat sehr angenehm. Ich bin heute in Nazareth angelandet und habe direkt am Pool mit einer grandiosen Aussicht einen Espresso und eine Sprite-Grapefruit-Eigenmischung getrunken. Hervorragend!

Leider hat Nazareth auch eine traurige Seite. Ich kann FB nicht öffnen, kann keine E-Mails von meinen Eltern öffnen (?), kann gmx nur auf Umwegen öffnen und auch da wie gesagt nicht alles. Sehr eigenartig. Ich hoffe aber, das wird sich ändern, sonst bin ich knapp formuliert “gekniffen”.

Mein morgiger Tag beginnt sehr früh, von daher gute Nacht zusammen. Wo auch immer Ihr seid.

die Tasche

Gestern bin ich bei einer Buchbesprechung gewesen. Sie hat in den Raeumlichkeiten neben meiner Unterkunft stattgefunden. Ein sehr angenehmer, christlicher Gebaeudekomplex aus Sandstein, grossen Veranstaltungsraeumen, mit Atrium und einem das Gebaeude umgebenden Garten.

Eine Frau, italienischer Herkunft, hat ein Buch ueber die Hamas veroeffentlicht, welches hier im Rahmen einer oeffentlichen Veranstaltung mit ihr und 2 weiteren Journalistinnen diskutiert werden sollte. Eingeladen waren alle interessierten. So sassen wir dort mit annaehernd 60 bunt gemischten Gaesten (multinationale und multireligioese).

Hinter mir saßen einige Deutsche, vor mir ein paar Briten, links von mir meine Begleitung und rechts eine Palästinenserin, daneben ein Brite, daneben andere Internationale, deren Herkunft ich mir nicht sicher bin. Im Grunde bin ich mir auch nicht sicher, ob die Frau zu meiner rechten tatsächlich Palästinenserin gewesen ist oder nicht. Ich habe sie nicht gefragt und sie trug kein Etikett. Sie trug dreckige Turnschuhe, eine lockere blaue Jeans im Baggy-Stil, einen mit Farbklecksen beschmierten graumelierten Kapuzenpulli auf dem hinten ein maskierter Kopf mit dem Untertitel “freedom ghosts” abgedruckt war, dazu einen älteren oder stark getragenen schwarzen Woll-Blazer.  Sie achtete darauf, dass ihre Kapuze gut auf ihrem Kopf saß und zog ihre braunen, krausen Haare über die Stirn. Sie roch nach Tabak und Alkohol. Es war nicht ihre Kleidung oder ihr Geruch, der mich vermuten ließ, woher sie stammen könnte. Es war ihr dunkler Tain und der Vergleich mit den anderen Gästen. Im Verlauf der Veranstaltung kamen immer mehr junge Gäste (in etwa so alt wie ich), die für mich palästinensisch wirkten. Scheinbar kannten sie sich alle.

Während die Journalistinnen ihre ersten Eindrücke zu diesem Buch schilderten, wurden wir sehr intensiv fotografiert. Es waren mindestens 2 Fotografen beschäftigt uns alle möglichst detailliert und zugleich verhältnismäßig unauffällig (wie man unauffällig sein kann, wenn man am Rande einer sitzenden Menge stehend fotografiert) abzulichten.

Ich lauschte also den Ausführungen über die Hamas, beobachtete die Menschen um mich herum und hinterfragte die Anstrengungen der Fotografen. Ehrlich gesagt, es ist mir unverständlich welche Bedeutung es haben kann, hier so detailliert zu fotografieren. Noch ehrlicher: es machte mir Angst.

Die Veranstaltung hatte um 19:30 Uhr begonnen. Gegen 21 Uhr, pünktlich zum Muezzin, zückte die junge Frau rechts neben ihre Zigaretten aus ihrer Tasche und verließ den Raum. Kurz darauf verließen nach und nach alle anderen, die auf mich wie eine Gruppe wirkten, den Raum. Einzig der schwarze Blazer und die Tasche rechts neben mir auf dem Boden blieben zurück.

Mir stockte der Atem.

Ich überlegte allen Ernstes, ob es sich um einen Sprengsatz handeln könnte und wenn ja weswegen. Wer wolle eine Veranstaltung wie diese stören oder schlimmer zerstören? Sollte ich unauffällig aufstehen und ebenfalls den Raum verlassen? Sollte ich alle warnen? Meine Begleitung würde mich vollends für blöd erklären, denn ganz offensichtlich schätzte sie die Lage anders ein. Sie folgte den Vortragenden und den Fragen aus dem Publikum sehr aufmerksam und schien in keinster Weise von der Tasche beunruhigt.

Allah kariim – Gott ist gütig

Da stand die junge Frau plötzlich wieder neben mir. Sie packte ihre Tasche und ihren Blazer und verschwand mit einem kurzen Lächeln. Die Veranstaltung endete um 21:10 Uhr. Draußen bliess mir ein starker kühler Wind durch die Haare. Ich konnte wieder entspannen.

nach Nazareth

Vorgestern bin ich das erste Mal nach Nazareth gefahren. Von Jerusalem aus sind wir über die Autobahn 1 nach Jericho gefahren. Also aus der Höhe bis hinunter in Richtung der tiefsten Stelle Israels. Zwischen dem Toten Meer (-400m NN) und Jericho sind wir in das Flusstal des Jordans eingebogen und sind flussaufwärts bis Beit She´an gefahren. Von dort aus via Afula bis Nazareth.

Landschaftlich ist dies eine wunderbare Strecke – geographisch hoch wertvoll. Daneben führt diese Route durch Palästina, welches von dem israelischen Militär mit Straßensperren abgeriegelt ist.  Entlang des Tales befinden sich eine Vielzahl von israelischen Siedlungen. Das Militär gewährleistet ihre Versorgung und Sicherheit. So sind auch eine Vielzahl von militärischen Denkmälern entlang der Straße zu sehen.

Wer sich an seinen Geographie-Unterricht erinnern kann, erinnert sich vielleicht auch noch an die Tröpfchen-Bewässerungsanlagen der Israelis. Solche Anlagen bewässern hier ganze Felder. Beeindruckend groß sind hier auch Sonnenblumenfelder.

Neben den Feldern und der schroffen semiariden Landschaft gibt es eine Vielzahl an Gewächshäusern. Das ganze Jordantal, sowohl auf Seiten der West Bank als auch auf jordanischer Seite scheint damit vollgestellt zu sein.

Beit She´an und Afula sind kleine Städte. Nazareth ist größer. Nazareth ist eine stark wachsende Stadt, die sowohl arabisch als auch jüdisch geprägt ist. Die Stadt ist in einem Kessel gelegen und überstülpt nun ihre Ränder – in etwa vergleichbar mit Aachen.

Kaffee in der Altstadt

Es ist der erste Tag in Israel. Ich bin weit davon entfernt zu begreifen, was hier geschieht. Ich rieche und schmecke die Unterschiede. In der Luft vermengen sich Düfte, die dem Buch “Das Parfüm” entsprungen sein könnten. Es riecht verlockend, gut oder abschreckend bis eklig. Der Kaffee schmeckt nicht überall lecker, aber die Tasse sieht gut aus.

Der Muezzin ruft. Ich trinke den Kaffee und schaue mir die Häuser, die Menschen, die Katzen, die Satellitenschüsseln, die bunten Schilder, die Wolken am Himmel, die Sonne, meine Kollegin, meinen Reiseführer und die Palmen an.

Latinne

“Country roads take me home, to the place, where I belong …”

Latinne

I miss the green gras, the green trees, the flowers, the river, the cottage and driving through the valley of the river mehaigné.

Discourse

Jürgen Habermas identified the process of negotiation of individual standing points (or claims) as a discourse  (http://de.wikipedia.org/wiki/Diskurs, 10.06.2010, 15:20 Uhr). In this short time, I want to describe what kind of arabic discourse I observed lately:

  • the problem is out in the open
  • everybody is unsatisfied and raises their voices
  • the involved actors tell eachother in (very) loud voice their standing point
  • quietness returns
  • they start to tell stories about their lives
  • everybody talks at the same time
  • the actors laugh out loud together
  • peace returns


Gate Café


Once sitting in the Gate Café you can enjoy a pleasent stay. The Gate Café consists of a patio with 6 yellow tables and 15 red, comfortable chairs. The patio is fenced in. It´s rather difficult to draw you a picture using my words describing the fence, but I´ll try. It is made up from steal and wood. The wood is carved nicely and is painted in white, whereas the metall, held by the wooden sticks is bend and black. The bottom and top framework is also metall and also painted black at it´s sides and yellow on the top. Above our heads the patio is protected from sun and rain by a metall roof. The roof  itself is painted white. Neon lights are attached to it.

The Gate Café sells freshly pressed OJ, Softdrinks, Tea and Coffee.

Returning one more time to the description of the patio: the tiles remember me of my german grandmothers patio. The groundcolour is eggshellwhite, while it contains black, brown, grey and white stones.

I feel very welcome in this place. The waiter and the kitchen personel are very friendly and kind. They speak perfect english and arabic. They care about your stay in their Café. They want you to feel comfortable.

This small Café also hosts the alternate travel center (see toursinenglish.com). It is located directly next to the Damascus Gate. Just far enough of to the side, so that it is not overrun full, but you can still watch people walking by. It´s just like a secret hideover.

car wash

as tears go by

Now, that it stopped snowing, it started raining again. Within only a few hours the level of the Rhine had already risen by 30-40 cm. That is what I estimated at lunch time in Bonn-Niedernollendorf.

Actually, I prefer sunshine, springtime and warm temperatures. Perhaps, sitting in the car 2 days ago, with the car in the car wash, washing off all the salt from the winter months, I moved from winter to spring without realising the change.

It just happens.

Is there more to say?

Yes, there is.

Approximately in November 2008 I changed my life. I was fed up with working long shifts just to earn money. My day-to-day life changed fast. I stepped down from my normal job, went back to selling model trains and took a good look at myself.

On one sunday afternoon a group of friends and I took off into the “Siebengebirge” to walk and talk. One of which suggested to read the book “What Colour has your parachute”.

The approach is to produce an indepth picture of yourself. Recognizing everything that brought you to where you are today. The picture then includes your parents, your sisters and brothers, your school education, your hobbies, the books and newspapers or blogs that you read, your friends, your jobs, the way you approach situations, the way you solve problems. It also includes the places where you want to live (surroundings and cities), who you enjoy to working with, which work makes sense to you, what your aims are, what conditions you want to work in, as what you want to work and how much money you want to earn.

On Monday, the day after the “Siebengebirge” I bought the book.

Day-by-day I read the book, thougth about myself, wrote small stories, drew pictures, … Half a year later I was nearly finished.

Dialogannahme

Dialog hinter dem Bhf

Heute Abend habe ich den Zug von meinem Seminar “Dealing with Conflicts” nach Hause (ja, Deutz ist schon mein Zuhause) verpasst. Ich stehe also +/- 20 Minuten am Bhf herum. Es dämmert bereits. Vielleicht ist es aber auch der nächste Regen der sich heran schiebt. Mein Blick schweift herum und bleibt auf einem Schild hinter dem Bahnhof hängen. “Dialogannahme”!

Ist das ein Zufall oder vielleicht Fügung, dass ich nach dem o.g. Seminar feststelle, wie offensichtliche kompliziert es sein kann einen Dialog zu führen?

In diesem Fall müsste ich hinter den Bhf, in eine Sackgasse, an einem Müllkontainer vorbei, zu einer verschlossenen Türe, ohne Klingel, um mein Dialogangebot abzugeben. Wenngleich das Schild mich über die Gleise hinweg zu einem Gespräch einlädt, so entsteht gleichermaßen ein Konflikt, denn von Dialog kann kaum die Rede sein.

Responses

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